Diagnostische Kompetenz

Um Unterricht inhaltlich und methodisch auf Lernende anpassen zu können, müssen Lehrkräfte in der Lage sein, deren Interessen zu erkennen, den aktuellen Wissensstand und mögliche Lernhindernisse sowie individuelle Fähigkeiten und Stärken anhand der gezeigten Leistungen zu bewerten und einzuordnen. Diese diagnostische Kompetenz wird unter anderem dafür benötigt, hilfreiches Feedback an einzelne Lernende und auf Gruppen- bzw. Klassenebene zu geben, passend binnendifferenzierte Aufgaben zu stellen, individuelle Hilfestellung zu leisten und Prüfungsleistungen angemessen mit Noten zu bewerten.

Kilian (2018) setzt sich mit der Bewertung sprachlicher Leistungen in der Praxis des Deutschunterrichts auseinander. Zu diesem Zweck wird eine Pilotierung zur Ermittlung von Gegenständen und Maßstäben der Bewertung sprachlicher Leistungen im Deutschunterricht durchgeführt, deren Ergebnisse in die Optimierung der Deutschlehrerinnen- und Deutschlehrerbildung einfließen sollen.

Die Präzision von Prüfungsbewertungen wurde in zahlreichen Untersuchungen überprüft. Südkamp et. al. (2012) fassen in einer Meta-Analyse 75 Studien zur Beurteilung der Leistung von Schüler*innen durch Lehrkräfte zusammen und präsentieren ein Modell der Einflussfaktoren auf die Beurteilungsgenauigkeit. Letztere wird dabei als Hauptaspekt der diagnostischen Kompetenz von Lehrkräften angesehen.

 

Zur zweiseitigen Zusammenfassung:
Kilian, J. (2018): Didaktische Sprachkritik als Öffentlichkeitsarbeit. Zur Bewertung sprachlicher Leistungen in der Praxis des Deutschunterrichts. In: Muttersprache 128, 2018, Heft 1, 52-65. (PDF)


Zur zweiseitigen Zusammenfassung (auf deutsch):
Südkamp, A.; Kaiser, J.; Möller, J. (2012): Accuracy of teachers’ judgments of students’ academic achievement: A meta-analysis. Journal of Educational Psychology, 104 (3), 743-762. (PDF)

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