Was macht Lehrkräfte kompetent?

Professionelle Kompetenz

Früher war mit einem abgeschlossenen Studium eines Fachs bereits der Weg zur Laufbahn als Lehrkraft an der Schule geebnet. Mit zunehmendem Wissen über Lernprozesse wurde allerdings deutlich, was Lehrerinnen und Lehrer über das reine Fachwissen hinaus an pädagogischem und didaktischem Wissen, an Kompetenzen und Fähigkeiten benötigen, um guten Unterricht zu gestalten und zugleich für alltägliche Aufgaben des Schulalltags gerüstet zu sein.

Die Modellierung und das Verständnis dieses Professionswissens bietet heute mit fortschreitendem Kenntnisstand auch immer wieder neue Impulse für die Lehrkräftebildung.

Voss et. al. (2015) stellen Ergebnisse aus der umfangreichen Forschung zum pädagogischen Wissen vor, das unabhängig vom Fach eine unabdingbare Grundlage für die Lehre ist. Mit dem Fachwissen und dem fachdidaktischen Wissen zusammen entsteht das Professionswissen.

Neuweg (2011) betrachtet hinsichtlich der Frage nach dem Wissen von Lehrkräften den Forschungsstand und differenziert hierbei zwischen den verschiedenen Wissensbereichen von Lehrenden. Weiter geht er in diesem Kontext auf das Problem der Theorie-Praxis-Verzahnung ein.

Blömeke (2017) stellt ein multidimensionales Modell vor, das die relevanten kognitiven und affektiv-motivationalen Eigenschaften von Lehrkräften umfasst, die für eine Leistungssteigerung der Schülerinnen und Schülern und zur Bewältigung der unterschiedlichen arbeitsbezogenen Aufgaben entscheidend sind. Dabei betrachtet sie die professionelle Kompetenz als ein Kontinuum, welches auf der situativen Ebene des Unterrichtens wirksam wird.

Um erfolgreich zu unterrichten, benötigt man ein “Spezialwissen vom Fach”, das sich vom gängigen Fachwissen, aber auch vom fachdidaktischen Wissen unterscheidet. Loewenberg Ball et. al. (2008) zeigen am Beispiel der Mathematik auf, was dieses Spezialwissen ausmacht und wie es sich zu anderen Bereichen des Professionswissens von Lehrkräften verhält.

Baumert und Kunter (2011) vereinen im Kompetenzmodell von COACTIV verschiedene Konzepte zur Professionalisierung und Qualifizierung von Lehrkräften und entwickeln daraus ein theoretisches Modell, das sie basierend auf den Ergebnissen der COACTIV-Studie einer empirischen Prüfung unterziehen.

Kleickmann et. al. (2013) betrachten die für den Lernerfolg und die Motivation von Schülerinnen und Schülern erforderlichen Fähigkeiten von Lehrkräften, die von deren fachdidaktischem Wissen und ihrem Fachwissen abhängen. Am Beispiel von Mathematiklehrkräften wird die Entwicklung dieser beiden Wissensdomänen zu verschiedenen Zeitpunkten des Studiums und der weiteren beruflichen Laufbahn untersucht.

Zusammenfassung:
Voss, T.; Kunina-Habenicht, O.; Hoehne, V.; Kunter, M. (2015): Stichwort Pädagogisches Wissen von Lehrkräften: Empirische Zugänge und Befunde. In: Zeitschrift für Erziehungswissenschaft (18), S. 187-223. (PDF)


Zusammenfassung:
Neuweg, G. H. (2011): Das Wissen der Wissensvermittler. Problemstellungen, Befunde und Perspektiven der Forschung zum Lehrerwissen. In: Terhart, E.; Bennewitz, H.; Rothland, M. (Hrsg.): Handbuch der Forschung zum Lehrerberuf, Münster, S. 583–614. (PDF)


Zusammenfassung (auf deutsch):
Blömeke, S. (2017): Modelling teachers’ professional competence as a multi-dimensional construct. In: OECD: Pedagogical Knowledge and the Changing Nature of the Teaching Profession. (PDF)


Zusammenfassung (auf deutsch):
Loewenberg Ball, D.; Thames, M. H.; Phelps, G. (2008): Content Knowledge for Teaching. What Makes It Special? In: Journal of Teacher Education 59 (5), S. 389–407. (PDF)


Zusammenfassung:
Baumert, J.; Kunter, M.: Das Kompetenzmodell von COACTIV. In Blum, W.; Klusmann, U.; Krauss, S.; Neubrand, M. (Hg.) (2011): Professionelle Kompetenzen von Lehrkräften. Ergebnisse des Forschungsprogramms COACTIV. S. 29–53. (PDF)


Zusammenfassung (auf deutsch):
Kleickmann, T; Richter, D; Kunter, M; Elsner, J; Besser, M; Krauss, S; Baumert, J (2013): Teachers’ Content Knowledge and Pedagogical Content Knowledge: The Role of Structural Differences in Teacher Education. In: Journal of Teacher Education 64 (1), S. 90–106. (PDF)

 

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