Was ist guter Unterricht?

Ein zentrales Aufgabenfeld von Lehrkräften ist die Durchführung von Unterricht, der die kognitive und emotional-motivationale Entwicklung der Lernenden fördern soll. Doch was genau kennzeichnet guten Unterricht? Die Kenntnis grundlegender theoretischer Modelle und empirischer Erkenntnisse zur Unterrichtsqualität können einen nützlichen Baustein für die Gestaltung universitärer Lehrkräftebildung darstellen.

Klieme (2018) stellt seinem Beitrag eine Definition des Begriffs Unterrichtsqualität voran und macht im weiteren Verlauf deutlich, wie die inzwischen etablierten drei Basisdimensionen von Unterrichtsqualität (Klassenführung, konstruktive Unterstützung und kognitive Aktivierung) entstanden sind. Hierbei stellt er verschiedene Ansätze zur Analyse von Unterrichtsqualität vor und zeigt, wie diese in den drei Basisdimensionen von Unterrichtsqualität zusammengeführt werden können

Lotz und Lipowsky (2016) geben in ihrem Beitrag einen Überblick über Ziele und Inhalte der Hattie-Studie Visible Learning und diskutieren ihre Bedeutung für den Unterricht. Dabei konzentrieren sie sich insbesondere auf die Bedeutung der kognitiven Aktivierung der Schüler*innen, welche neben Klassenführung und Unterrichtsklima zu den Basisdimensionen guten Unterrichts zählen. Sie betrachten sie vor dem Hintergrund theoretischer Überlegungen und weiterer empirischer Befunde.

Meyer (2016) definiert auf der Grundlage empirisch abgesicherter Gütekriterien zehn Merkmale guten Unterrichts und leitet daraus praktische Handlungsempfehlungen für Lehrkräfte ab.

Kunter und Voss (2011) analysieren Unterricht anhand dreier Dimensionen (Klassenführung, kognitive Aktivierung, konstruktive Unterstützung) und leiten daraus ein theoretisch fundiertes Modell  ab, mit dem die Qualität von Unterricht beschrieben werden kann.

Auch Pianta und Hamre (2009) orientieren sich an den drei Domänen emotionale Unterstützung, Klassenführung und Lernunterstützung. Sie identifizieren konkrete Verhaltensindikatoren von Lehrkräften, die die Qualität des Unterrichts beeinflussen und entwickeln daraus das Beobachtungsinstrument CLASS (Classroom Assessment Scoring System), welches die Analyse von Lehrendenverhalten ermöglicht.

 

Zur zweiseitigen Zusammenfassung:
Klieme, E. (2018): Unterrichtsqualität. In: Gläser-Zikuda, M.; Harring, M.; Rohlfs, C.
(Hrsg.) Handbuch Schulpädagogik. Münster: Utb, Waxmann, S. 393-408.


Zur zweiseitigen Zusammenfassung:
Lotz, M.; Lipowsky, F. (2016): Die Hattie-Studie und ihre Bedeutung für den Unterricht. Ein Blick auf ausgewählte Aspekte der Lehrer-Schüler-Interaktion. In G. Mehlhorn, F. Schulz & K. Schöppe (Hrsg.), Begabungen entwickeln & Kreativität fördern (S. 97-136). München: kopaed. (PDF)


Zur zweiseitigen Zusammenfassung:
Meyer, H. (2016): Was ist guter Unterricht? Berlin: Cornelsen. (PDF)


Zur zweiseitigen Zusammenfassung:
Kunter, M.; Voss, T. (2011): Das Modell der Unterrichtsqualität in COACTIV: Eine multikriteriale Analyse. In: Kunter, M.; Baumert, J.; Blum, W.; Klusmann, U.; Krauss, S.; Neubrand, M. (Hg.): Professionelle Kompetenzen von Lehrkräften. Ergebnisse des Forschungsprogramms COACTIV. Münster, New York, München, Berlin: Waxmann, S. 85–113. (PDF)


Zur zweiseitigen Zusammenfassung (auf Deutsch):
Pianta, R.; Hamre, B. (2009): Conceptualization, Measurement, and Improvement of Classroom Processes: Standardized Observation Can Leverage Capacity. In: Educational Researcher, Vol. 38, No. 2, 109-119. (PDF)

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