Kunst

Eva-Maria Sahle

Doktorandin:
Eva-Maria Sahle, StR‘in
sahle@kunstgeschichte.uni-kiel.de
Kunsthistorisches Institut

Betreuer:
Prof. Dr. Klaus Gereon Beuckers
Kunsthistorisches Institut

Ergebnisse Frühjahr 2018 (PDF)


“Kunst kommentiert – politische Kunst im Kunstunterricht”

Ziel des Dissertationsvorhabens ist die Entwicklung eines didaktischen Modells mit rezeptiven, reflexiven und produktiven Anteilen zur Anwendung politischer Kunst im Kunstunterricht, welches das kommentierende, partizipatorische und engagierte Potential politischer Kunst für Schülerinnen und Schüler nutzbar macht. Betreut wird das Projekt durch Prof. Dr. Klaus Gereon Beuckers am Kunsthistorischen Institut der CAU. Hier ist es dem Bereich Kunstdidaktik/Kunstpädagogik zugeordnet.

Kunst hat das Potential, Erkenntnis zu stiften, Missstände aufzudecken, Empörung zu provozieren, Widerstand zu stärken, Selbstbestimmung zu fördern und zu kritischem Hinterfragen gesellschaftlicher Gegebenheiten anzuregen. Dies gilt besonders für die politische Kunst. Sie zeigt gesellschaftliche, politische oder soziale Strukturen und Schieflagen auf, versieht sie mit einem ästhetischen Kommentar und entwirft oder etabliert teilweise Lösungsmöglichkeiten.

Die Arbeit mit politisch motivierter Kunst im Kunstunterricht stärkt das Bewusstsein für Partizipationsmöglichkeiten an gesellschaftlichen Prozessen und Diskursen. Sie fördert die Potentiale von Schülerinnen und Schülern gegenüber politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Gegebenheiten eine Haltung zu entwickeln. Außerdem lassen sich Möglichkeiten der Einflussnahme auf diese Gegebenheiten ausloten, indem ästhetische Ausdrucksformen entwickelt und erprobt werden. Schülerinnen und Schüler lernen künstlerische Ausdrucksformen als Mittel kennen, selbst empfundene gesellschaftliche und politische Problemfelder ästhetisch zu kommentieren.

Einen Teil der Dissertation umfasst eine Untersuchung der Geschichte des Faches Kunst seit den 1950er Jahren, die deutlich macht, welche didaktischen Konzepte zum Umgang mit gesellschaftskritischer und politischer Kunst bereits existieren, und welche Leerstellen sich auftun. Ein Blick in die Fachgeschichte zeigt unter anderem, dass die Kunstdidaktik  besonders in den 1970er Jahren eine Welle an Theorien und Texten hervorgebracht hat, die die politische Verantwortung des Kunstunterrichts und dessen Rolle in einer Erziehung zu Emanzipation und Selbstbestimmung von Kindern und Jugendlichen betonen. Hier fällt jedoch auf, dass künstlerisch-produktive Ausdrucksformen und -möglichkeiten weitestgehend zugunsten einer starken Rezeption und Reflexion von Erzeugnissen der Medienkultur vernachlässigt wurden. Die Potentiale politisch motivierter (Gegenwarts-)Kunst wurden somit nicht ausgeschöpft. Im weiteren und aktuellen kunstpädagogischen Diskurs findet eine Auseinandersetzung mit politischer Kunst wenig Anklang, obwohl gegenwärtig noch immer gilt, der (Kunst-)Unterricht solle Selbstbestimmung und Partizipation der Schülerinnen und Schüler fördern. Diese Lücke wird im Rahmen der Dissertation aufgezeigt und durch ein Modell zur Anwendung politischer Kunst im Kunstunterricht geschlossen.

In einem zweiten Teil der Dissertation werden künstlerische Strategien und Themen politischer Kunst seit 1945 bis in die Gegenwart anhand exemplarischer Kunstwerke herausgearbeitet. Diese Strategien werden wiederum ebenfalls in das didaktische Modell zur Anwendung politischer Kunst im Kunstunterricht eingebunden, welches den dritten Teil der Arbeit darstellt. Dort werden zudem Anwendungsmöglichkeiten zum Umgang mit politisch motivierter Kunst im Kunstunterricht in Form von Unterrichtsbeispielen vorgestellt, die in der schulischen Praxis erprobt und evaluiert werden, womit ein Beitrag zur nachhaltigen Verbesserung der Lehre gleistet wird.

Ziel des Modells ist es, einen Beitrag zu einem zeitgemäßen Kunstunterricht zu entwickeln, der das kommentierende und partizipierende Potential politischer Kunst für Schülerinnen und Schüler nutzbar macht. Es werden künstlerische Methoden und Strategien des Kommentars gesellschaftlicher Prozesse aufgezeigt und der Kompetenzerwerb in der Arbeit mit politischer Kunst formuliert.

Durch das hier kurz beschriebene Dissertationsvorhaben wird der Themenbereich der politischen Kunst für das Schulfach Kunst erschlossen und im Themengefüge schulischen Kunstunterrichts verankert.

 

Das Dissertationsvorhaben ist am Kieler Kompetenzzentrum für Kunstpädagogik  und dem Kunsthistorischen Institut der CAU Kiel  verankert.

 

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