Religion

Von links: Prof. Dr. André Munzinger, Saskia Eisenhardt, Prof. Dr. Uta Pohl-Patalong

Doktorandin:
Saskia Eisenhardt
saskiaeisenhardt@email.uni-kiel.de
Institut für Praktische Theologie
Didaktik des Religionsunterrichts / Praktische Theologie mit Schwerpunkt Homiletik und Kirchentheorie

Betreuende:
Prof. Dr. Uta Pohl-Patalong
Institut für Praktische Theologie
Didaktik des Religionsunterrichts /
Praktische Theologie mit Schwerpunkt
Homiletik und Kirchentheorie

Prof. Dr. André Munzinger
Institut für Systematische Theologie
Systematische Theologie mit
Schwerpunkt Theologiegeschichte/Ethik

Ergebnisse Frühjahr 2018 (PDF)


“Theologisieren mit Jugendlichen“ als didaktisches Modell zwischen Universität und Schule”

Wer sind wir?

Das Projekt zum Theologisieren mit Jugendlichen wird gemeinsam von den Instituten für Praktische und Systematische Theologie verantwortet. Unser Team besteht aus Prof. Dr. Uta Pohl-Patalong und Prof. Dr. André Munzinger als Projektleitung sowie Saskia Eisenhardt als Doktorandin.

Was ist das, Theologisieren mit Jugendlichen?

Theologisieren…

„… ist ein Dialog mit den Schülerinnen und Schülern über grundlegende Fragen des Lebens und des Glaubens.“

„… gibt den Jugendlichen die Möglichkeit, über theologische Themen ins Gespräch zu kommen und sich offen zu äußern.“

„… eröffnet den Jugendlichen einen Raum, in dem sie ihre eigenen Gedanken entwickeln und mitteilen können.“

Diese Zitate von Studierenden, die an der Lehrveranstaltung „Theologisieren mit Jugendlichen“ teilgenommen haben, fassen prägnant zusammen, worum es bei diesem religionsdidaktischen Ansatz geht – nämlich darum, mit Jugendlichen über Fragen von Religion und Theologie ins Gespräch zu kommen und ihnen zuzutrauen, nicht nur Fragen zu religiösen Themen zu stellen, sondern ihre Vorstellungen auch zu reflektieren und eigene Antworten zu finden. Die Jugendlichen werden als Subjekte ernst genommen, die selbst zu theologischen Deutungen fähig sind.

Die Rolle der Lehrkraft verändert sich im Vergleich zum „klassischen“ Unterrichten, insofern sie die Expertin für das Hintergrundwissen und den methodischen Verlauf ist, aber keine Inhalte vorgibt, die Aneignung verlangen. Ihre Rolle wird moderierend und mäeutisch. Durch eine wertschätzende Haltung sowie gezielt gesetzte fachliche Impulse unterstützt sie die Schüler*innen in der (Weiter-)Entwicklung ihrer theologischen Vorstellungen.

Welche Idee steckt hinter unserem Projekt?

Unser Projekt setzt an der Schnittstelle zwischen Universität und Schule an und möchte durch die Verzahnung von Theorie und Praxis sowie von Fachwissenschaft und Fachdidaktik sowohl zur Professionalisierung von Lehramtsstudierenden als auch zur Qualitätssteigerung des Religionsunterrichts beitragen.

Wie ist der Stand der Forschung?

Das „Theologisieren mit Jugendlichen“ ist ein relativ junges religionspädagogisches Konzept, das sich jedoch in den letzten Jahren als eigenständiger Ansatz fest im fachlichen Diskurs etablieren konnte. Seit Anfang der 1990er Jahre wurden die Impulse des Philosophierens mit Kindern auch in der Theologie aufgegriffen. Erste wichtige Veröffentlichungen zum Theologisieren mit Jugendlichen als eigenem Ansatz erscheinen ab Mitte der 2000er Jahre. Trotz des virulenten Diskurses bleiben bis heute Forschungslücken bestehen. Eine solche Lücke zum Theologisieren mit religionsfernen Jugendlichen soll durch die Dissertation von Saskia Eisenhardt, die im Rahmen dieses Forschungsprojektes entsteht, geschlossen werden.

Wie ist unser Vorgehen?

Das neu entwickelte Lehrveranstaltungsformat zum Theologisieren mit Jugendlichen erstreckt sich über zwei Semester. In der Theoriephase erlernen die Studierenden die theoretischen und methodischen Grundlagen des Theologisierens. In der sich anschließenden Praxisphase haben die Studierenden die Möglichkeit, ihre erworbenen Kompetenzen unter fachlicher Begleitung der Projektmitarbeiterin in der schulischen Praxis auszuprobieren. Die Unterrichtsstunden werden videografiert, damit die Studierenden sich selbst und den Unterrichtsprozess reflektieren und differenziertes Feedback erhalten können.

Das Lehrveranstaltungsformat wird anhand von Leitfadeninterviews mit den Studierenden evaluiert.

Welchen Beitrag zur Vernetzung im Lehramtsstudium leistet unser Projekt?

Unser Projekt gewährleistet eine Vernetzung im doppelten Sinne: Zum einen findet eine Vernetzung im Rahmen der universitären Phase statt, indem die im Bachelor vermittelten fachwissenschaftlichen Grundlagen der verschiedenen theologischen Disziplinen für die Umsetzung des Theologisierens fachdidaktisch aufbereitet werden (horizontale Vernetzung). Zum anderen wird eine stringente Theorie-Praxis-Verzahnung ermöglicht, infolge derer die Studierenden fachlich reflektierte methodische Kompetenzen erwerben, die ihnen den Einstieg ins Referendariat erleichtern (vertikale Vernetzung).

Worin liegt der konkrete Nutzen unseres Projekts für Lehramtsstudierende der CAU?

Wir erwarten von dem Projekt, dass es zur nachhaltigen Qualitätsverbesserung der Lehramtsausbildung beiträgt, indem die Studierenden durch das Erfahren der Lebensrelevanz theologischer Themen und die Möglichkeit der praktischen Umsetzung gelernter Theorie in ihrer Studienmotivation und Lehrpersönlichkeit gefördert werden. Die Evaluation des ersten Durchgangs bestätigt diese Erwartungen, wie das Zitat einer Studentin zeigt:

„Also mir hat’s wirklich viel Spaß bereitet und gerade durch diese beiden Teile Theorie und Praxis und hinterher dieses praktische Durchführen find’ ich ist es ein unglaublicher Mehrwert auch für das Studium und einfach für die Praxiserfahrung vor dem Referendariat und später dem Lehrersein und deswegen würd’ ich’s auf jeden Fall weiterempfehlen […] und finde, dass es auf jeden Fall gut war, um den Fortschritt in die Lehre zu bringen und würde es begrüßen, wenn es mehr solche Möglichkeiten geben würde.“

Wie ist der aktuelle Stand des Projekts?

Der erste Projektdurchlauf wurde erfolgreich durchgeführt und evaluiert (SoSe 2016 bis WiSe 2016/17). Dabei wurden unsere Erwartungen mehr als erfüllt. Die Studierenden haben insbesondere die Verzahnung von Theorie und Praxis, die ein besonders nachhaltiges Lernen ermöglicht, als ausgesprochen hilfreich für ihr Studium und ihren späteren Beruf erlebt und dies als modellhaft für ihr gesamtes Lehramtsstudium hervorgehoben. Ein zweiter Durchgang läuft derzeit (SoSe 2017 bis WiSe 2017/18).

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